In diesem Blogbeitrag erfährst du was Baby Blues genau ist, wie lange er dauert, welche Symptome sich beim Baby Blues zeigen und was du bei Baby Blues tun kannst, damit es dir wieder besser geht.


Mit Baby Blues (Maternity Blues, Postpartum-Blues) wird ein vorübergehendes Stimmungstief bezeichnet, das bei ca. 75% aller Frauen nach der Geburt auftritt. Meist zeigen sich erste Symptome vom Baby Blues zwischen dem 3. und 5. Tag nach der Geburt. Die Beschwerden können einige Stunden bis zu zwei Wochen anhalten.



Welche Beschwerden gibt es beim Baby Blues?


Folgende Symptome können beim Baby Blues auftreten:

  • Stimmungsschwankungen

  • Traurigkeit

  • Erschöpfung

  • Niedergeschlagenheit

  • Müdigkeit

  • Erhöhte Sensibilität

  • Empfindsamkeit

  • Reizbarkeit

  • Sorgen, Ängste v.a. um das Baby und die Zukunft

  • Weinen bei geringsten Anlässen

  • Widersprüchliche Gefühle

  • Konzentrationsprobleme

  • Wut und mitunter Aggressivität

  • Gefühle von Verwirrtheit

  • Schlafstörungen

  • Appetitstörungen


Was sind die Ursachen für den Baby Blues?


In erster Linie werden die hormonellen Umstellungen nach der Geburt und jene, die mit dem Milcheinschuss einhergehen, als Auslöser für die Symptome des Baby Blues gesehen.

Nach der Geburt fallen der Östrogen- und Progesteronspiegel ab, während die Prolaktin-Produktion, die für die Milchbildung verantwortlich ist, steigt.


Einige Wissenschaftler führen den Baby Blues auf den Anstieg des Enzyms Monoaminoxidase A (MAO-A) zurück. MAO-A baut die Botenstoffe, die für eine glückliche Stimmung sorgen - Serotonin und Dopamin - im Gehirn ab. Dies führt zu einer Verschlechterung der Stimmung und zu einer geringeren Fähigkeit mit Stress umgehen zu können.


Als weiterer Auslöser für den Baby Blues wird die Anpassung der Mutter an die neue Lebensveränderung gesehen. Die Mutter kann sich einerseits sehr über ihr Kind freuen, andererseits aber auch Gefühle von Überforderung, Stress, Ängsten und Wut haben. Die neue Mutterrolle anzunehmen, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen und sich zum ersten Mal um ein Neugeborenes zu kümmern, lösen Stress, Ängste und Unsicherheiten aus. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Stimmung aus.


Manche Frauen fühlen sich nach der Geburt auch „leer“, da das Baby aus ihrem Körper heraußen ist. Dieses Gefühl der Leere kann auch zum Baby Blues beitragen.

Weiters können Schlafmangel und die Geburtserfahrung für wechselnde Gefühle sorgen.

In Studien zeigt sich, dass das Risiko für einen Baby Blues erhöht ist, wenn die Geburt nicht so verlaufen ist, wie es sich die Mutter vorgestellt hat.


Baby Blues wird nicht als eine psychische Erkrankung angesehen und viele ExpertInnen meinen auch, da die Beschwerden spätestens nach 14 Tagen aufhören, keine Behandlung notwendig sei. Baby Blues wird viel mehr als normaler Umstellungsprozess von der kinderlosen Frau zur Mutter und als einen wichtigen Bestandteil der Mutter-Kind-Bindung gesehen.


Durch die erhöhte Sensibilität können die Frauen nach der Geburt besonders gut riechen und ihr Kind am eigenen Duft erkennen. Diese Empfindsamkeit hilft auch der Mutter dem Baby die nötige Aufmerksamkeit und Liebe zu geben.



Was kannst du bei Babyblues tun, damit es dir besser geht?


Hier sind einige Empfehlungen, die du machen kannst:

  • Akzeptanz - Nimm die neue Situation so an, wie sie ist. Nimm deine Gefühle so an, wie sie sind. Du musst nicht perfekt sein und euer neues Familienglück muss auch nicht perfekt sein.

  • Die eigenen Gefühle wahrnehmen und ausdrücken – Wenn dir nach weinen zumute ist, dann weine. Wenn du dir Sorgen machst, rede mit jemanden darüber.

  • Sorge für genug Ruhe und Erholung.

  • Achte auf deine körperlichen und psychischen Bedürfnisse und erfülle sie auch.

  • Mache Entspannungsübungen oder Meditationen.

  • Mache leichte körperliche Bewegungen oder Spaziergänge.

  • Hole dir viel Unterstützung von deiner Hebamme, deinem Partner/deiner Partnerin und deinen Eltern

  • Kuschle mit deinem Baby – Dies schüttet den Botenstoff Oxytozin und Endorphine aus, die sich positiv auf die Stimmung auswirken.

  • Kräu­ter­tees können unterstützend und stimmungsaufhellend wirken, wie zum Beispiel ein Tee aus Me­lis­senblät­tern, Hop­fen­zap­fen, Herz­ge­spann­kraut, Frau­en­man­tel­kraut und Schaf­gar­ben­kraut.

  • Homöopathie - Sollte der Babyblues länger als ein paar Tage dauern, kannst du auch zu homöopathischen Mitteln greifen. Hier gibt es eine gute Übersicht über mögliche Mittel, die helfen können: https://www.globuli.de/von-wegen-babyglueck-mit-homoeopathie-besserung-beim-baby-blues/


Verschlimmern sich die Beschwerden oder dauern die Symptome länger als zwei Wochen an, kann es sich um eine Wochenbettdepression handeln. Hier solltest du dir auf jeden Fall rasch professionelle Hilfe von einer Psychologin/einem Psychologen holen. Hattest du eine schwere Geburt, können die Beschwerden auch im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) auftreten. Auch hier ist es wichtig, sich an eine Psychologin/einen Psychologen zu wenden. Sprich mit deinen nahen Familienangehörigen darüber, wie es dir geht und lasse dich von ihnen unterstützen. Warte nicht zu lange Hilfe in Anspruch zu nehmen, sonst können sich die Beschwerden verschlimmern.




Autorin:

Mag. Jacqueline Hauser, Psychologin und Energetikerin,

spezialisiert auf schwangere Frauen und junge Mütter




Quellenangaben:

https://www.swissmom.ch/de/wochenbett/probleme-im-wochenbett/babyblues-stimmungstief-nach-der-geburt-10170

https://www.9monate.de/baby-kind/leben-mit-neugeborenem/baby-blues-tipps-hilfe-fuer-die-heultage-id143585.html

https://www.netdoktor.at/krankheiten/wochenbettdepression/baby-blues/

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